Autogenes Training
Das Autogene Training verdanken wir Dr. Johannes Heinrich Schultz, Neurologe aus Berlin. Er beschäftigte sich schon in den 20er und 30er Jahren mit Hypnose und östlichen Entspannungsverfahren wie Yoga. Aus den Erfahrungen der östlichen Weisheiten und den Untersuchungsergebnissen der wissenschaftlichen Hypnose heraus entwickelte er später das Autogene Training als eine Methode der Selbstentspannung.
Wie funktioniert das?
Das AT arbeitet mit vorgeschriebenen Suggestionsformeln. Es sind gedachte Formeln, die das Erleben von Entspannungsreaktionen im Körper beschreiben. Unterstützt durch die Konzentration auf bestimmte Körperteile und entsprechende Phantasievorstellungen werden selbstregulativ wissenschaftlich messbare Entspannungsreaktionen ausgelöst. Die Devise lautet: weg vom Leistungsdruck, hin zur wohligen Entspanntheit. Da Kinder nicht, wie Erwachsene mehrmals täglich eine Formel aufsagen können, da das gedankliche Sprechen sie überfordern würde, arbeite ich hier gezielt mit Phantasiereisen, in die ich die Formeln des AT in eine Geschichte einbaue. In Erinnerung an die Geschichte nehmen die Kinder wieder (unbewusst) Bezug auf Formeln und bringen sich selber in einen entspannten Zustand.
Progressive Muskelentspannung
Die Progressive Muskelentspannung verdanken wir dem Schweden Prof. Edmund Jacobson, der sie in den 20er und 30er Jahren erfunden hat und Prof. Joseph Wolpe, der sie in den 40er und 50er Jahren weiterentwickelt hat. PMR ist genau wie Autogenes Training ein anerkanntes Entspannugsverfahren.
Jacobson beschäftigte sich mit dem Thema Angst (heute Panik- oder Angststörung) und fand relativ schnell heraus, dass Angstgefühle Anspannungen in der willkürlich beeinflussbaren Muskulatur erzeugen. Mit seiner Methode der Tiefenmuskelentspannung konnte er nachweisen, dass An- und Entspannung der Muskulatur helfen, Angstgefühle aufzulösen. Die Methode ist in der Zwischenzeit so weiterentwickelt, dass nachweislich nicht nur Angstgefühle sondern auch Verspannungen aufgelöst werden können. Es geht dabei auch um eine verbesserte Körperwahrnehmung, Stärken des Körperbewusstseins und das Erkennen und Ausloten von Grenzen. Gerade für Kinder stets wichtige Themen.
Kinder sind schon gut in der Lage, mithilfe von Wahrnehmungsübungen und Spielen zwischen Muskelanspannung und Muskelentspannung zu unterscheiden. Ihre natürliche Experimentierfreude und ihr Entdeckerdrang kann in allen Muskelentspannungsübungen genutzt werden, um körperliche Zusammenhänge greifbar zu machen. Auch hier arbeite ich mit den kleineren Kindern wieder mit Phantasiereisen, aber mit jeder Altersgruppe gehe ich zB auch in den Wald. Wir betätigen uns körperlich, um gezielt Entspannung zu spüren.
Meditation
In den letzten Jahrzehnten ist die Meditation als Methode aus der Ecke der Esoterik (Geheimlehre) heraus ins Licht der modernen Medizin und Physiotherapie gerückt, und auch in pädagogisch-sozialen Bereichen wird sie angewandt. Zum Beispiel wird sie in der therapeutischen Betreuung von Scheidungskindern eingesetzt, um Ängste abzubauen, an Eheberatungsstellen, um eine Basis für die Gesprächsbereitschaft zu schaffen, an Suchtberatungsstellen, um das Selbstbewusstsein zu stärken, und in Workshops für Führungskräfte, um dem krankmachenden Stressverhalten entgegenzuwirken.
Einer Definition der Brockhaus-Enzyklopädie (1971) zufolge ist Meditation eine "durch entsprechende übung bewirkte oder angestrebte geistig-geistliche Sammlung", um "von körperlicher Entspannung und Haltung unterstützt den Menschen zu seinem eigenen innersten Grund" zu führen. Das Wort "Meditation" bezeichnet einmal den Zustand des geistigen "Bei-sich-Seins" als auch den dazu führenden übungsweg.
Es gibt viele Übungswege, wie die Yoga-Meditation oder Zen-Meditation. Innerhalb dieser Wege gibt es wiederum vielerlei Formen, wie die gegenständliche Meditation (Klang-, Licht-, Bild-, Chakra-Meditation) oder gegenstandslose Meditation, in der das zeitlose Sein, das bewusste Sein und die Freude im Eins-Sein erlebt werden.
Wer regelmäßig meditiert, spürt eine Verbesserung seines Wohlbefindens, eine Steigerung seiner Konzentrationsfähigkeit, seiner Einschätzungsfähigkeit und der Fähigkeit, sich tief zu entspannen, um neue Kräfte zu schöpfen. Obendrein erfährt man in der Stille Antworten auf Fragen wie: Wer bin ich, und was ist der Sinn meines Lebens?
In der Meditation arbeite ich sehr gezielt mit dem Körper, da man Kinder nicht dazu "verdonnern" kann, allzu lange ruhig sitzen zu bleiben. Ich biete den Kindern gezielte Naturerlebnisse in Ruhe und arbeite unter anderem auch mit Ton und anderen Materialien, die ihnen ein sensorisches, ein haptisches Empfinden für sich und ihr Tun ermöglichen. Ein Bewusstwerden.
Basale Stimulation
Die Basale Stimulation ist noch ein recht neues Verfahren der Entspannung und Körperwahrnehmung und wurde ab 1975 von Andreas Fröhlich entdeckt. Basale Stimulation versteht sich ausschließlich als pädagogisches Konzept und nicht als Entspannungsverfahren.
Dennoch mache ich mir, als Pädagogin aus der Behindertenarbeit, dieses Konzept zueigen und nutze es in meiner Praxis mit Erfolg. Gerade für Kinder mit Wahrnehmungsstörungen oder schwerst-mehrfachbeeinträchtigten Kindern.
Mir geht es hier primär um die Aktivierung der Wahrnehmungsbereiche und die Anregung primärer Körper- und Bewegungserfahrungen und ich arbeite mit Sequenzen aus der Körperwahrnehmung wie Massagen und gemeinsames Atmen und natürlich auch mit der vollen Konzentration auf die 5 Sinne.
Unter anderem werden Erfahrungen wie das Spüren des eigenen Körpers (Haut als Kontaktstelle zur Außenwelt), die Empfindung der eigenen Lage im Raum (Koordination) und das Kennenlernen des eigenen Inneren (z. B. der Muskulatur) durch somatische, vestibuläre (Gleichgewichtssinn) und vibratorische Anregungen gegeben. Hier kann man wunderbar, dem Ist Stand des Kindes entsprechend, PMR oder AT einbauen.
Feldenkrais
Der Begründer Moshé Feldenkrais entwickelte in den 20er Jahren eine körperorientierte Lernmethode.
Im Mittelpunkt der Methode stehen Bewegungsmuster, die den Lebensalltag eines Menschen prägen und die Möglichkeiten, diese angemessen zu variieren. Sie möchte den Menschen befähigen, über die Wahrnehmung von Bewegungsabläufen seine Bewusstheit zu erweitern und größere physische Differenziertheit zu erlangen. Nachteilige Bewegungsmuster sollen gelöst und neue Bewegungsalternativen aufgezeigt werden zur Erfahrung der eigenen Bewegungsmuster.
Gerade für Kinder mit einer Wahrnehmungsstörung eine wundervolle Methode um wieder „zu sich“ zu finden.
Da ich keine Feldenkrais-Lehrerin bin, kann ich nur Rudimente anbieten, hier auch wieder in Form von Körpererfahrung und gezielten Phantasiereisen. Es geht hierbei um einfache Bewegungen, die von Wahrnehmungshinweisen auf einzelne Details der Bewegung begleitet werden.
Snoezelen
Abschließend möchte ich auch noch kurz das Snoezelen erwähnen, eine wunderschöne Form der Entspannung und Wahrnehmung. Bei mir in der Praxis leider nur anreißend möglich, da ich die Örtlichkeit offen gestalten muss und auch möchte, beim Snoezelen kämen aber zu viele Materialien ins Spiel, die keinen Platz finden.
Dennoch, da ich das Snoezelen selber sehr gerne mag, möchte ich es nicht verachten und nehme es immer wieder in meine Arbeit auf.
Snoezelen (sprich: snuzeln) wurde in den 70er Jahren von 2 Zivildienstleistenden in Holland entwickelt. Unter snoezelen versteht man ein Sich aufhalten in einem gemütlichen, angenehm warmen Raum, in dem man, bequem liegend oder sitzend, umgeben von leisen Klängen und Melodien, Lichteffekte betrachten kann.
Das Snoezelen dient der Verbesserung der Wahrnehmung, der Öffnung aller Sinne. Durch Lichtreize, Körperreize (hier in der Form eines Wasserbettes) und auch der Geruchs- und Geschmackssinne kann man von einem ganzheitlichen Konzept sprechen, dass in der Zwischenzeit auch seine Anhänger über den ganzen Globus gefunden hat und gerne auch in der Sonderpädagogik angewandt wird, wenn die Örtlichkeiten es zulassen.
Traumreisen / Phantasiereisen für Kinder
Traumreisen ähneln dem Autogenen Training. Man kann sie auch als gelenkte Tagträume bezeichnen. Während einer Phantasiereise sieht man vor seinem geistigen Auge eine Geschichte ablaufen, die einem entweder von einer anderen Person vorgelesen oder erzählt wird oder die man sich selbst im Kopf erzählen kann. Die Kinder können eine Phantasiereise erleben, wenn sie sich in einem entspannten Zustand befinden und sich auf die Bilder einlassen, die ihnen in den Sinn kommen.
Es handelt sich bei einer Phantasiereise tatsächlich um eine "Reise", denn man begibt sich in die Welt der Phantasie. Was immer einem dort begegnet, gehört ganz allein einem selber. Es sagt etwas über die Kinder aus und sie können mit den Bildern und Erlebnissen viel über sich selbst erfahren. Phantasiereisen können einfach nur zur Entspannung durchgeführt werden. Sie können aber auch zielgerichtet eingesetzt werden, z.B. um die eigene Kreativität zu fördern oder die inneren Bilder zu nutzen, um persönliche Entscheidungen zu unterstützen oder um zu mehr Klarheit zu kommen.
Phantasiereisen können Emotionen auslösen, positive als auch negative. Die Kinder lösen sich sozusagen von Dingen die sie belasten oder vertiefen freudige Ereignisse, halten sie bewusst fest und phantasieren um sie herum.
Ganz gleich wie sich das Kind nach einer solchen Reise fühlt; beschwingt und entspannt oder traurig und bedrückt, ich werde für es da sein und es nicht alleine lassen.
Die Themen für die Traumreisen ergeben sich aus der Jahreszeit, der Zusammensetzung der Gruppe, den Wünschen der Kinder in der Gruppe.
Ich hoffe, ich habe Sie und natürlich Ihr Kind neugierig gemacht und freue mich sehr auf Ihren Anruf oder noch besser: auf Euren Besuch.